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11.08.2017
Berufe mit vielen Facetten

Ausbildungen bei der Stadt: Fachangestellter für Bäderbetriebe, Fachinformatiker und Fachkraft für Abwassertechnik


Eine Ausbildung bei der Stadt Herrenberg hat Zukunft und kann eine gute Grundlage für eine spätere Karriere sein. Bis Ende September können sich interessierte Jugendliche wieder für verschiedene Ausbildungen in der Stadtverwaltung bewerben. Hier drei Beispiele:

Beispiel 1 – Fachangestellter für Bäderbetriebe:

Was tun nach der Schule? Florian Thielk, 23 Jahre alt, wollte nach seiner Mittleren Reife einen Beruf erlernen, in dem er Kontakt mit anderen Menschen hat. Er entschied sich für eine Ausbildung als Fachangestellter für Bäderbetriebe und befindet sich jetzt im zweiten Lehrjahr. Mit einem Fachan-gestellten für Bäderbetriebe verbinden die meisten einen Bademeister, der die Schwimmgäste am Beckenrand beaufsichtigt. „Doch der Beruf hat außer der Beaufsichtigung und Betreuung des Bade-betriebes noch viel mehr zu bieten“, erklärt Florian Thielk. So gehören neben der Wassermessung auch die Reinigung, das Führen der Bäderkassen, die Pflege und Wartung von technischen Anlagen, sowie das Kontrollieren und Sichern des technischen Betriebsablaufs zu seinen regelmäßigen Aufgaben. „Durch die Beaufsichtigung der Badegäste im Freibadbereich kommt man im Sommer auch raus an die frische Luft“, was Thielk besonders gut gefällt. Ein reiner Bürojob kam für ihn nie in Frage. Auch weil er in seiner Freizeit sehr gerne Sport treibt und vor allem Schwimmen geht, ist diese Ausbildung genau das Richtige für ihn.   

Spannend an der Ausbildung ist auch die Schichtarbeit. So arbeitet der Auszubildende abwechselnd in Früh-, Spät- und Mittelschicht. Am liebsten übernimmt er aber die Frühschicht, die je nachdem für welche Aufgaben man eingeteilt ist, bereits zwischen 5:30 und 7:00 Uhr beginnt. Was Florian Thielk aber nichts ausmacht, da er gerne früh aufsteht. Die Ausbildung dauert insgesamt drei Jahre und gliedert sich in Praxisphasen, die sowohl im Hallenbad, als auch im Freibad Herrenberg absolviert werden, und in Theoriephasen, die blockweise an der Heinrich-Lanz-Schule in Mannheim zu bewältigen sind. „Dadurch erhält man eine gute Mischung aus Theorie und Praxis“, sagt Thielk, wobei ihm der praktische Teil der Ausbildung mehr Spaß macht.
Nach abgeschlossener Ausbildung und zweijähriger Berufspraxis als Fachangestellter für Bäderbetriebe besteht die Möglichkeit, eine Fortbildung zum Meister für Bäderbetriebe zu absolvieren.


Beispiel 2:  Ausbildung zum Fachinformatiker, Fachrichtung Systemintegration

Robin Marquardt hat sich für einen Beruf entschieden, der eine gewisse Begeisterung für Technik voraussetzt. Der 19-Jährige macht eine Ausbildung zum Fachinformatiker mit Fachrichtung Sys-temintegration bei der Stadt Herrenberg.

Nach der Mittleren Reife wollte er unbedingt etwas mit Technik machen. Deshalb hat er sich zunächst dazu entschlossen, ein Praktikum bei der Stadt Herrenberg zu machen. Viele denken die Stadtverwaltung bildet nur in den klassischen Verwaltungsberufen aus. Doch dem ist nicht so. Die Stadtverwaltung bietet darüber hinaus noch zahlreiche weitere Berufsausbildungen an. „Das war das beste Praktikum, das ich jemals gemacht habe“, so Robin Marquardt. Und für ihn stand nach dem Praktikum fest, er möchte auf jeden Fall den Beruf Fachinformatiker erlernen. Momentan ist er im ersten Lehrjahr und bereut seine Entscheidung keineswegs. Die vielfältigen Aufgaben, wie zum Beispiel das Einrichten von Geräten, die Inventarisierung, der Aufbau der Technik (unter anderem der Serverschränke), Reparaturen und der Kontakt mit externen Dienstleistern gefallen ihm sehr. Außerdem ist er Ansprechpartner für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung, die Schwierigkeiten mit ihrem Computer, Drucker oder anderen technischen Geräten oder Programmen haben. Auch die Einweisung von Kolleginnen und Kollegen in die Bedienung von Geräten, Software und Programmen gehören zu seinem Aufgabenbereich.

Während seiner dreijährigen Ausbildung besucht er die Gottlieb-Daimler-Schule in Sindelfingen. Die Theorie wird im Blockunterricht vermittelt. Der Auszubildende ist immer abwechselnd für
vier bis fünf Wochen im Betrieb und für zwei bis drei Wochen in der Berufsschule. „In der Theoriephase lernt man sehr viele Dinge, die man in der Praxis nicht immer unmittelbar braucht“, so Marquardt. Trotzdem sei dieses Wissen sehr wertvoll. Ihm gefällt, dass in der Berufsschule die Praxis mit der Theorie an manchen Stellen vermischt wird und dass im Gegenzug auch im Betrieb gleichzeitig wichtige theoretische Kenntnisse vermittelt werden.   


Beispiel 3:  Fachkraft für Abwassertechnik


Bereits früh interessierte sich Gustaf Rauh für den Bereich Umwelttechnik. Dieses Interesse brachte ihn schließlich dazu, sein Abitur in Fachrichtung Umwelttechnik zu absolvieren. Nach einem freien ökologischen Jahr in einer Sozialeinrichtung stand das Berufsziel fest, er wollte den Beruf der Fachkraft für Abwassertechnik erlernen. Sein Beweggrund: Er möchte „etwas für die Umwelt tun und dafür, dass die Wasserqualität wieder besser wird“.

Die dreijährige duale Ausbildung hat Gustaf Rauh vor knapp einem Jahr in der Kläranlage in Herrenberg begonnen. Seitdem war ihm nicht ein Tag langweilig und jeder Tag war anders. Die Tätigkeiten im praktischen Ausbildungsteil sind sehr vielseitig. Von Schlossertätigkeiten bis hin zu Arbeiten im Chemielabor ist vieles geboten. Die Kollegen sind sehr nett und der Auszubildende fühlt sich sehr wohl im Team, er darf viel selbständig tun und den Kollegen mal über die Schulter schauen. Ein Großteil der Arbeit spielt sich im Freien ab, aber auch im Büro und im Labor gibt es einiges zu tun. Die Steuerung des gesamten Klärwerks übernimmt die Technik, die jedoch kontinuierlich kontrolliert und überwacht werden muss. Am liebsten ist Gustaf Rauh im Chemielabor.

Der regelmäßige Blockunterricht an der Kerschensteinerschule bildet dabei den theoretischen Gegenpart zur Praxis. Die Fächer Chemie, Physik und Biologie bilden die Kernfächer. Um Stoffanteile in den Klärbecken berechnen zu können, dürfen die mathematischen Fähigkeiten während der Ausbildung nicht zu kurz kommen. Im Technikunterricht lernt er, wie Anlagen repariert und Installationsarbeiten an elektrischen Einrichtungen vorgenommen werden. Dazu kommen einige Fortbildungskurse, vor allem im Bereich Arbeitssicherheit, der hier sehr groß geschrieben wird.
Bedauerlich findet Gustaf Rauh den Fachkräftemangel in diesem Bereich, da viele ein falsches Bild von diesem Beruf hätten. Die Ausbildung sei vielseitig und abwechslungsreich und man tue der Umwelt etwas Gutes, findet Rauh. Im Anschluss an seine Ausbildung möchte er gerne Umwelttechnik studieren.



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Anja Sobkowiak
Leiterin Personalwesen    
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