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06.03.2018
Für mehr Respekt und Wertschätzung

Internationale Wochen gegen Rassismus: Veranstaltungen in Herrenberg

Im März finden traditionell Internationale Wochen gegen Rassismus statt, dieses Jahr unter dem Motto „100 Prozent Menschenwürde - zusammen gegen Rassismus“. Die von den Vereinigten Nationen ausgerufenen Aktionswochen sind eine Möglichkeit, sich über Rassismus auszutauschen und dabei die etablierten Denk- und Handlungsmuster zu hinterfragen. In Herrenberg finden dazu zwei Veranstaltungen statt.

„Wir wollen ein Zeichen für mehr Respekt und Wertschätzung von zugewanderten Bürgerinnen und Bürgern setzen. Es ist wichtig, den Zusammenhalt unserer Stadtbevölkerung zu stärken und uns gemeinsam gegen Rassismus und Diskriminierung jeder Art zu stellen“, sagt Oberbürgermeister Thomas Sprißler. Die Stadtverwaltung Herrenberg sagt Nein zu Rassismus und setzt sich für kulturelle Vielfalt sowie ein friedliches und solidarisches Miteinander in der Stadt ein: So auch mit einer Lesung, die am Dienstag, 13. März, um 18 Uhr in der Stadtbibliothek stattfindet. In seinem Buch „Der fremde Deutsche - Leben zwischen den Kulturen“ schildert der Autor Umeswaran Arunagirinathan sehr anschaulich seinen Weg vom geduldeten Flüchtling zum Arzt und deutschen Staatsbürger und die dabei erlebten Herausforderungen. Der Eintritt zur Lesung ist frei.
Außerdem organisiert das Projekt „Lampedusa Calling“, das der Stadtjugendring verantwortet, am Dienstag, 27. März, um 19 Uhr in der Volkshochschule eine Denkwerkstatt zum Thema Rassismus. Hierzu sind alle Interessierten herzlich eingeladen.

Seit 1994 wird bei den Internationalen Wochen gegen Rassismus mit bundesweiten Aktionen und Veranstaltungen gezeigt, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger gegen die ungleiche Behandlung von Menschen wenden. Menschen werden ausgeschlossen, weil sie anders sind, weil sie anders leben, anders aussehen oder an etwas anderes glauben. 
Eine reflektierte Auseinandersetzung mit Rassismus kann schon im Kleinen wirken: „Indem wir lernen, Vorurteile täglich zu hinterfragen und uns auch zu Wort melden, wenn über Migranten diskriminierend gesprochen wird“, meint Meliha Geiger, Integrationsbeauftragte der Stadt Herrenberg. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, dass Rassismus durch eine schweigende Mehrheit unterstützt wird. Außerdem belegten viele Studien, dass in der Breite der Gesellschaft die Vorurteile am besten durch Begegnung und persönliche Kontakte abgebaut werden können. „Dafür gibt es in einer Stadt wie Herrenberg, in der Menschen aus unterschiedlichen Nationen seit Jahrzehnten friedlich miteinander leben, viele Möglichkeiten“, so Geiger.