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11.09.2018
Ideen für Seestraße und Schick-Platz

Planungsansätze für den Stadtboulevard werden vorgestellt

So sieht Wettbewerbssieger Stefan Fromm den künftigen Platz zwischen Seestraße und Altstadthäusern.

Wie verändern sich künftig die Seestraße und der Reinhold-Schick-Platz? Wie funktioniert die Verbindung zwischen der Altstadt und dem neu entstehenden Seeländer-Areal? Wie kommen die Fußgänger besser über die Bundesstraße, die mitten durch die Innenstadt führt? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, hat die Stadt einen Wettbewerb ausgelobt, dessen Ergebnis jetzt feststeht. Ab Donnerstag, 13. September sind die Arbeiten in der Stadtbibliothek zu sehen.

Zehn Büros waren für den Wettbewerb zugelassen und haben ihre Planung abgegeben. Für die Seestraße mit ihrer unmittelbaren Umgebung waren konkrete Realisierungsvorschläge gefordert, für den Bereich Reinhold-Schick-Platz und Umgebung sollten ergänzende Ideen als Ausblick für künftige Weiterentwicklungen eingereicht werden. Das Rennen machte der Entwurf des Büros Stefan Fromm Landschaftsarchitekten aus Dettenhausen in Zusammenarbeit mit Wick und Partner Architekten Stadtplaner aus Stuttgart. Der Entwurf überzeugte mit seiner Leitidee, die neue Verbindung zwischen Altstadt und Seeländer durch einen neuen Stadtbodenbelag und Trittsteine zu gestalten. Die Gliederung des Raums übernehmen Pavillons, in denen sich Cafés, Informations- und Mobilitätspukte wiederfinden können. Kernelement der Freiraumgestaltung ist neben dem einheitlichen Bodenbelag und einer lockeren Baumpflanzung der großzügige Wasserspiegel im Bereich des Seelesplatz.

Die Seestraße ist ein wichtiges Bindeglied zwischen der historischen Altstadt und den neuen Entwicklungsflächen am nördlichen Altstadtrand. Mit täglich rund 18.000 Autos und Lastwagen trennt die Straße die Bereiche. „Wir haben jetzt gute Pläne vorliegen, wie wir einen attraktiven Übergang schaffen, um vom Seeländer zum Marktplatz zu kommen und den ganzen Bereich für Fußgänger und Radfahrer attraktiver machen zu können“, betont Oberbürgermeister Thomas Sprißler.

„Wir sehen hier in einem ersten ganz konkreten Beispiel was es heißt, Verkehr und Stadtraum neu zu denken. Der öffentliche Raum bekommt hier einen ganz neuen Stellenwert. Die Seestraße ist nicht nur eine Straße, sondern wird zum öffentlichen Raum für alle, den wir uns vom Auto zurückerobern und so gestalten, dass man sich dort gerne aufhält. Auf Basis des Wettbewerbsergebnisses können wir ein neues Altstadt-Erlebnis ermöglichen und mit der Verbindung zum Seeländer-Platz das neue Areal zum Bestandteil der „guten Stube“ Herrenbergs machen und einen wertvollen Beitrag zur Belebung der Innenstadt leisten“, betont der Erste Bürgermeister Tobias Meigel.

Das Preisgericht, bestehend aus externen renommierten Fachleuten, sachkundigen Mitarbeitern der Verwaltung und Mitgliedern des Gemeinderats hat den Siegerentwurf insgesamt als sehr angemessenen Vorschlag mit frischen Ideen und den richtigen Antworten auf die schwierige Fragestellung positiv hervorgehoben. Der Vorsitzende des Preisgerichts Axel Lohrer lobt die Gestaltung der Wettbewerbssieger als „überraschend andere Interpretation des Raums ohne das Gefühl einer trennenden Straße. Es ist ein Entwurf, der Verbindung und Brücken schafft, und dabei Charme und Aufenthaltsqualität nicht vergisst.“

An den Wettbewerb schließt sich ein Verhandlungsverfahren zwischen dem Wettbewerbssieger und der Stadt an. Im November soll der Gemeinderat bereits eine Entscheidung zum Wettbewerbsergebnis treffen und damit die konkrete Planung und Vorbereitung der Baustelle einleiten. Die Seestraße soll anschließend in voraussichtlich drei Abschnitten ab Sommer 2019 umgebaut werden. Die Seestraße liegt im Sanierungsgebiet „Stadtentwicklung III“, daher werden die Planungs- und Wettbewerbskosten in Höhe von rund 150.000 Euro vom Land gefördert. Die Umgestaltung der Seestraße erfolgt parallel zur Bebauung des Seeländer-Areals. Die Stadtverwaltung koordiniert die Bauarbeiten in enger Abstimmung mit der Geiger GmbH, die in Kürze mit dem Bau des Seeländer-Komplexes beginnt, in dem Einzelhandelsgeschäfte, Wohnungen, Büros, das technische Rathaus und eine Kita unterkommen.

Eine wichtige Voraussetzung für die veränderte Verkehrsführung entlang der Seestraße ist die Reduktion der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf der Bundesstraße. Hierzu fanden im Vorfeld Gespräche zwischen der Stadt und den zuständigen Behörden statt. Im Zusammenhang mit dem Modellprojekt „Stadtluft verbessern“ soll die Geschwindigkeit dynamisch auf Werte zwischen 20 und 40 km/h gedrosselt werden, was einerseits den Verkehrsfluss und damit die Luftqualität verbessern soll und andererseits das Überqueren der Straße in der Verbindungsachse Altstadt-Seeländer erleichtern.

Ausstellung in Stabi
Wer sich selbst ein Bild von den eingereichten Entwürfen machen will, kann dies vom 13. September bis zum 6. Oktober 2018 im Foyer der Herrenberger Stadtbibliothek tun. Die Ausstellung ist zu den gewohnten Öffnungszeiten zu sehen. Die Eröffnung mit dem Ersten Bürgermeister Tobias Meigel findet am Donnerstag, 13. September, um 19 Uhr statt. Dazu sind Gäste herzlich willkommen.