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11.08.2017
Mittelalter mit Händen zu greifen

Spielplatz der Woche: Am Zwinger lebt Geschichte auf

Direkt neben der alten Stadtmauer gelegen, knüpft ein idyllisches und frisch herausgeputztes Fleckchen Erde an die Historie der Stadt Herrenberg an. Jeder Winkel strahlt mittelalterliches Flair aus. Während die Großen, die das erste Mal hierher kommen, vielleicht noch schauen und staunen, fangen die Kleinen umgehend an, den Platz auf ihre Weise zu erobern. Gibt es doch so viel zu entdecken!

Kaum zu glauben, dass noch vor wenigen Jahren im Bereich des Oberen Zwingers ein ganz „normaler“ Spielplatz stand, mit Klettergerüst von der Stange und einem viereckigen Norm-Sandkasten. Alles wurde abgeräumt. Und dann knüpfte die jüngste Geschichte den Faden zur mittelalterlichen Geschichte: Hohe Holzmauern wuchsen empor, eine mittelalterliche Stadt andeutend - alles ein bisschen schräg und eng und schief, eben wie damals. Ein Kletter-Wehrturm mit Wasserdepot nahm Gestalt an. „Stadtauswärts“ entstand ein schön in Findlinge eingebettetes und natürlich wirkendes Sandareal. Mit sichtbarer Begeisterung tummeln sich hier besonders die kleinsten Besucher.

Wasser statt Pech

„Zwinger“ ist ein Begriff aus dem Mittelalter und bezeichnet das Land zwischen zwei (Wehr)Mauern, er diente der Verteidigung. Früher wurde der Feind im Zwinger eingekes-selt. Wer Pech hatte, wurde sodann mit Pech begossen. Dieses Szenario können die Kinder heute nachspielen, allerdings mit kühlem Pumpwasser statt mit heißem Pech. Das Wasser am Zwinger findet sogar doppelte Verwendung: Während die Kleinen im Oberen Zwinger verteidigen und spritzen, verteilen die Großen das Nass eher behutsam ein paar Meter weiter unten im interkulturellen Garten.

Treffpunkt für alle Generationen und Nationen
Rutsche und Naschgarten bahnen den fließenden Übergang zum interkulturellen Gemeinschaftsgarten, in dem nebst Naschsträuchern auch Blumen-, Gemüse- und Kartoffelbeete den Aufenthalt am Zwinger zusätzlich versüßen und bereichern. Der interkulturelle Garten ist ein Bürgerprojekt. Mit Hilfe und in enger Absprache mit der Stadt schafften einige engagierte Bürgerinnen und Bürger parallel zur Spielplatz-Neugestaltung einen „grünen Treffpunkt der Nationen“. Seither treffen sich regelmäßig Herrenberger mit deutschen und nicht-deutschen Wurzeln dort zum gemeinsamen Gärtnern, Gießen und Genießen der selbst geernteten Köstlichkeiten. Beide Flächen - Spielplatz und Gemeinschaftsgarten - bilden eine harmonische Einheit, in der jede Generation ihr Plätzchen finden kann.

Jung und international trifft Mittelalter
Eine besonders schöne Facette des länderübergreifenden Miteinanders bot während der Bauphase die Durchführung eines internationalen Workcamps. 13 junge Arbeitskräfte aus aller Welt krempelten die Ärmel hoch und demonstrierten auf ihre Weise, wie an einem geschichtsträchtigen Ort der Bogen zwischen Mittelalter und Moderne gespannt werden kann. Unter fachlicher Anleitung der Spielplatzplaner und –bauer nahm der neue Spielplatz beinahe im Handumdrehen Gestalt an. Nur sieben Arbeitstage später war die ehemals verwaiste, von den meisten Bürgern links liegen gelassene Fläche neben der alten Stadtmauer nicht wiederzuerkennen. Ein neues Spielparadies ist entstanden - in Idee und Ausführung perfekt zugeschnitten auf das spezielle mittelalterliche Flair, das einem hier wie kaum sonst irgendwo in Herrenberg aus allen Poren entgegen strömt.


Spielplatz Zwinger auf einen Blick:
•    Doppelschaukel
•    Spielhaus mit Rutsche
•    Nestschaukel
•    Sitzbänke mit Felsen, Plattformen und Stämmen
•    Sandspielbereich
•    Ballspielbereich mit Ballfangzaun
•    Seilgarten mit Balancier-, Kletter- und Hangelbereich
•    Stehwippe
•    Hängematte


Dieser Spielplatz ist bereits nominiert für die Bewerbung um den Deutschen Spielplatzpreis 2017. Für die Nominierung des zweiten Spielplatzes sind die Bürgerinnen und Bürger gefragt. Für die Stimmabgabe wurde eine Voting-Plattform eingerichtet.  Zur Wahl stehen die Spielplätze „Unten im Dorf“ (Kayh), „An der Raingasse“ in Affstätt und der Ottosche Garten in der Kernstadt. Die Abstimmung läuft bis 10. September.


Deutscher Spielplatzpreis 2017: Ihr Favorit für die Nominierung?
Abstimmen bis 10. September auf der Online-Voting-Plattform unter  
spielplaetze.herrenberg.de

Ihr Ansprechpartner für weitere Fragen:
Stefan Kraus
Leiter der Technischen Dienste
Telefon 07032 942416
E-Mail: s.kraus@herrenberg.de