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14.09.2018
Mobiltelefone sind Schatzkisten

Zwischenbilanz zur städtischen Handy-Sammelaktion

Nicht mehr benötigte Mobiltelefone oder Smartphones können bei der Stadt Herrenberg zur Wiederverwertung abgegeben werden.

Bei den Nachhaltigkeitstagen im Juni hatte die Stadt Herrenberg dazu aufgerufen, nicht mehr benötigte Mobiltelefone und Smartphones abzugeben. Im Inneren der Geräte befinden sich wertvolle Rohstoffe, die wiederverwertet werden können. Seit Juni wurden 158 Geräte abgegeben. Die Sammelaktion geht weiter.

„Bisher wurden 158 Altgeräte gesammelt und verwertet“, freut sich Lisa Bartholomä, Leiterin der Stabsstelle Klimaschutz, die sich um das Einsammeln und die Weitergabe der Geräte kümmert. „158 Geräte bedeuten 1422 g Kupfer, 23,7 g Silber und 3,95 g Gold“, erklärt Bartholomä weiter. Die Stadt übergibt die ausgedienten Geräte an den externen Dienstleister Teqcycle Solutions GmbH. Dieses von der DEKRA zertifizierte Unternehmen führt den gesamten Rückholprozess inklusive Datenlöschung im Auftrag der Telekom Deutschland durch. Die Telekom Deutschland verspricht, im gesamten Prozess der Handy-Rücknahme hohe Sicherheitsstandards zum Datenschutz einzuhalten. Der Recyclingprozess findet bei dem zertifizierten Recyclingunternehmen Electrocycling in Goslar statt. „Wir bedanken uns bei allen Bürgerinnen und Bürgern für die Teilnahme an dieser Aktion“, so Bartholomä. 

Erlös wird gespendet
Aus den Erlösen der Handysammelaktionen erhält die Stadt Herrenberg zurzeit 0,70 Euro pro Handy. Dieser Erlös kommt drei nachhaltigen Bildungs- und Gesundheitsprojekten der Aktion Hoffnung, des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission e.V. (Difäm) und des Evangelischen Jugendwerks (EJW) in Afrika zugute.

„Die Telekom verdient an der Handyrücknahme nichts, sondern trägt unter anderem die Kosten für das Handysammelcenter, die Sammelboxen, die Logistik und das Porto für die Rücksendung und spendet die Erlöse“, teilt Bartholomä mit. Auch das fachgerechte Recycling in einem Recyclingbetrieb und das Einschmelzen der Metalle kosten Geld.

Sammelstellen in Herrenberg
„Wer zu Hause in Schubladen, Schränken oder Regalen nicht mehr benötigte Geräte verstaut hat, kann diese bei den städtischen Sammelstellen abgeben“, lädt Bartholomä ein. Entsprechende Sammelboxen stehen bei den Bürgerdiensten am Marktplatz, in der Stadtbibliothek und bei den Bezirksämtern in den Stadtteilen.

Globale Folgen
Viele unterschiedliche Rohstoffe stecken in einem Handy, darunter Metalle wie Kupfer, Zinn, Silber, Gold und Coltan. Viele dieser Rohstoffe werden unter Bedingungen abgebaut, die gegen Menschenrechte verstoßen und die Natur zerstören. Zinnabbau in Indonesien verursacht etwa unfruchtbare Kraterlandschaften, ganze Regenwälder und Felder werden zerstört. Kleinbauern können ihre Böden nicht mehr bewirtschaften und verlieren ihre Lebensgrundlage. Der Bergbau bedroht hier zudem zahlreiche Pflanzen- und Tierarten. Der Coltanabbau in der Demokratischen Republik Kongo verursacht gewalttätige Konflikte. Verschiedene Milizen kämpfen um den Zugang zu diesen wertvollen Rohstoffen. Besonders Frauen und Kinder leiden unter dieser Gewalt. Zehntausende Kinder wurden zum Dienst an der Waffe gezwungen. Zudem bedroht der Abbau den Lebensraum der Berggorillas.