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12.01.2018
Neue Feuerwehr-Drehleiter im Einsatz

Kurzer Radstand und enger Wendkreis für die Altstadt

Maximal 30 Meter Rettungshöhe erreicht die Feuerwehr mit der neuen Drehleiter.

Sie wiegt 16 Tonnen, hat 320 PS, ist aber nur 2,40 Meter breit und hat einen Wendekreis von gerade einmal 15 Metern: Die neue Drehleiter der Herrenberger Feuerwehr muss für ihren Einsatz in der Altstadt besondere technische Anforderungen erfüllen.

In gerade einmal sieben Monaten musste die neue Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Herrenberg beschafft werden. Erschwerend kam hinzu, dass die Leiter für den Einsatz in der Altstadt besondere technische Anforderungen erfüllen muss. „Das Ko-Kriterium bei der Beschaffung war: schafft es die Leiter zur Stiftskirche oder nicht“, erläutert Feuerwehrkommandant Jürgen Vogt. Die zweite Engstelle in der Altstadt ist die Zufahrt zum Oberamt. „Es war sehr sportlich, eine Leiter mit solchen technischen Anforderungen in der kurzen Zeit zu beschaffen“, sagt Vogt rückblickend. Kurz vor Weihnachten ist die neue Drehleiter in Herrenberg eingetroffen - seither war sie bereits mehrmals im Einsatz; jährlich wird sie für rund 150 Einsätze im Stadtgebiet und in der Überlandhilfe alarmiert. Die neue Drehleiter kostet rund 772.000 Euro.

Schmal und wendig
Die neue Drehleiter ist rund 30 Meter hoch und zeichnet sich durch eine geringe Fahrzeugbreite und große Wendigkeit aus. „Ein normales Fahrzeug ist 2,50 Meter breit, unsere Leiter nur 2,40 Meter“, erläutert Vogt. Auch der Radstand - 4,20 Meter - sei sehr wichtig: „Je kürzer der Radstand ist, desto wendiger ist das Fahrzeug.“ Eine weitere technische Besonderheit: die Hinterachszusatzlenkung. Das heißt: beide Achsen, die vordere und die hintere, können lenken. „Dadurch ist ein Wendekreis von zirka 15 Metern möglich“, erklärt Vogt. Außerdem hat die neue Leiter ein teleskopierbares Gelenkleiterteil, welches den Einsatzbereich deutlich erweitert. Der Rettungskorb ist mit 400 Kilogramm belastbar. Zum Vergleich: Der Korb der alten Leiter konnte mit 270 Kilogramm beladen werden. „Bei medizinischen Notfällen kann das Rettungsdienstpersonal jetzt mit in den Korb“, so der Feuerwehrkommandant. Dies sei eine wesentliche Verbesserung. Am Korb befindet sich auch eine Vorrichtung, an der alle gängigen Krankentragen befestigt werden können. „Die Unterstützung des Rettungsdienstes ist ein wichtiger Teil unserer Arbeit“, betont Vogt.

Gut ausgestattet
„An Bord“ der neuen Drehleiter befinden sich viele technische Geräte, die die Feuerwehr bei ihren Einsätzen braucht, darunter eine Kettensäge. „Mit dieser haben wir nach dem letzten Sturm einen Baum entfernt“, berichtet Vogt. Außerdem mit dabei: Schornsteinfegerwerkzeug, das bei Kaminbränden zum Einsatz kommen kann, ein Stromerzeuger, Schutzkleidung und zwei Atemschutzgeräte, ein Feuerlöscher sowie ein Überdrucklüfter, um möglichst schnell den Brandrauch aus Gebäuden zu bekommen.

Menschenleben retten
Bei einem Einsatz setzt die Feuerwehr die Drehleiter in erster Linie für die Menschenrettung ein. Außerdem wird sie hauptsächlich für die Brandbekämpfung und zur Sicherstellung des zweiten Flucht- und Rettungswegs bei Gebäuden bis zur Hochhausgrenze verwendet. „Mit der neuen Drehleiter ist die Feuerwehr für kommende Einsätze gut aufgestellt“, sagt Rainer Stingel, der Leiter des Amts für Bauordnung und Feuerwehr. Oberbürgermeister Thomas Sprißler ergänzt: „Für die Einsätze der Feuerwehr und für die Sicherheit unserer Bürgerinnen und Bürger ist die neue Drehleiter unerlässlich.“ Ohne Fachkenntnisse wäre die beste Leiter jedoch nicht viel wert. „Mein Dank gilt deshalb den Mitgliedern der Feuerwehr für ihr großes Engagement.“

Ein Video zur Probefahrt mit der neuen Drehleiter zur Stiftskirche gibt es auf der Facebook-Seite der Freiwilligen Feuerwehr Herrenberg: www.facebook.de/fwhbg.